Selektive Interne Radiotherapie (SIRT)

Nuklearmedizin

Direktor:
Prof. Dr. med. Torsten Kuwert

Selektive Interne Radiotherapie (SIRT)

Verfahren und Indikation:

Die Selektive Interne Radiotherapie, oder kurz SIRT, ist ein Verfahren zur lokalen Behandlung von bösartigen Lebertumoren, welche entweder direkt von der Leber ausgehen oder Absiedlungen solider Tumorerkrankungen anderen Ursprungs darstellen. Das Verfahren kommt zumeist nach Ausschöpfung weiterer therapeutischer Optionen in Frage. Die Therapie erfolgt in Kooperation mit dem Radiologischen Institut.

Häufig behandelte Tumorentitäten

  • Primäre Lebermalignome

    • Hepatozelluläres Karzinom
    • Cholangiozelluläres Karzinom

  • Lebermetastasen solider Malignome z.B.

    • Kolorektale Karzinome
    • Melanom, vor allem Aderhaut-Melanom
    • Mammakarzinom
    • Neuroendokrine Tumoren

Ablauf:

Zur Behandlung erfolgt die Gabe von mit der radioaktiven Substanz Yttrium-90 markierten Harzkügelchen, welche über einen Katheter, der über die Leistenarterie in die Leber vorgeschoben wird (Angiographie), appliziert werden. Hierdurch sind eine lokale Bestrahlung der Tumoren, sowie ein Verschluss der den Tumor versorgenden arteriellen Gefäße möglich. Die Kontrolle der regelrechten Applikation der Sphären erfolgt am ersten posttherapeutischen Tag mittels szintigraphischer Verfahren (Planare Teilkörperszintigrafie und SPECT/CT). Die Therapie ist aus strahlenrechtlichen Gründen nur unter stationären Bedingungen durchführbar und mit einem Aufenthalt von 4 Tagen (inkl. Aufnahme- und Entlasstag) auf der Nuklearmedizinischen Therapiestation verbunden.

Vorbereitung:

Um die sichere Applikation der Sphären zu gewährleisten, bedarf es vor der eigentlichen Therapie einer vorbereitenden Untersuchung der Lebergefäße mittels Katheter. Im Rahmen dieser Angiographie werden mögliche von der Leber in andere Organe führende Gefäße mittels Metallspiralen (Coils) verschlossen. Zur Überprüfung  erfolgt anschließend die Gabe einer schwach radioaktiven Substanz direkt über den Katheter. Nach Entfernen des Katheters und Rücktransport in die Nuklearmedizin überprüfen wir die Verteilung der Substanz im Körper mittels eines szintigrafischen Verfahrens (Planare Teilkörperszintigrafie und SPECT/CT). Sollten sich keine Einwände gegen eine Therapie ergeben, findet diese im Abstand von 1-2 Wochen statt. Auch die vorbereitende Untersuchung ist nur unter stationären Bedingungen möglich und mit einem Aufenthalt von 3 Tagen auf der Nuklearmedizinischen Therapiestation verbunden.

Risiken und Nebenwirkungen:

Wie jede Therapie weist auch die SIRT eine Reihe möglicher Nebenwirkungen auf, die jedoch von Person zu Person individuell bewertet werden müssen. Eine ausführliche Aufklärung bieten wir im Rahmen eines ambulanten Gesprächstermins an.  Das verwendete radioaktive Partikel Yttrium-90 ist ein reiner Betastrahler der seine Wirkung nur auf wenige Millimeter im Gewebe entfaltet und den Körper nicht durchdringt. Eine wesentliche Strahlenbelastung für die Umwelt des Patienten besteht, trotz der auch freiwerdenden Bremsstrahlung, nicht.

Terminvereinbarung:

Die Terminvergabe zum ambulanten Vorgespräch ist unter der Tel. Nr. 09131 85-33416 möglich.

Notwendige Dokumente:

Ambulantes Vorgespräch:

  • Bei gesetzlich versicherten Patienten Überweisungsschein
  • Krankenversicherungskarte
  • Falls vorhanden, Unterlagen über Erkrankung und bisherige Therapien
  • Falls vorhanden, aktueller Medikamentenplan
  • Falls vorhanden, bildgebende, z.B. radiologische Voruntersuchung auf CD plus zugehörigen schriftlichen Befund, wenn Untersuchung nicht am Universitätsklinikum Erlangen erfolgt.

Stationäre Aufenthalte:

  • Bei gesetzlich versicherten Patienten Einweisungsschein
  • Krankenversicherungskarte
 
Terminvereinbarung

Telefon: 09131 85-33416

 
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