Lutetium-177-PSMA-Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms

Nuklearmedizin

Direktor:
Prof. Dr. med. Torsten Kuwert

Lutetium-177-PSMA-Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms

Verfahren und Indikation:

Die Zellen metastasierter Prostatakarzinome tragen das sogenannte Prostate-Specific-Membrane-Antigen (PSMA) in hoher Dichte auf ihrer Oberfläche. Liganden, die an das PSMA binden, können radioaktiv markiert werden, auch mit therapeutisch verwendbaren Radionukliden wie dem Lutetium-177. Für diese Therapie kommen Patienten mit einem metastasierten Prostatakarzinom in Frage, bei denen bisherige konventionelle systemische Therapien wie etwa Chemotherapien keine Wirkung mehr haben.

 Behandelte Tumorentitäten:

Im fortgeschrittenen Stadium metastasieren Prostatakarzinome in Lmyphknoten, das Skelett und verschiedene weitere Organe. Bei der ausschließlich skelettalen Metastasierung kommt von nuklearmedizinischer Seite her die Therapie mit Radium-223-Dichlorid (XOFIGO) in Frage. Bei Patienten, die zusätzlich jedoch Lymphknotenmetastasen oder Absiedlungen in weiteren Organen haben, kann nach Versagen anderer Therapien im Rahmen eines Heilversuchs die Therapie mit Lutetium-177-PSMA-Liganden durchgeführt werden.

 Therapieverfahren und Ablauf:

Lutetium-177-PSMA-Liganden binden an das PSMA, dass Zellen des Prostatakarzinoms auf ihren Zellmembranen tragen. Diese werden durch die radioaktive Strahlung, die eine kurze Reichweite von nur wenigen Millimetern hat, an Wachstum gehindert, geschädigt oder abgetötet.

Das Medikament wird über einen Venenzugang am Arm verabreicht. Etwa 30 Minuten vor der eigentlichen Therapie wird zusätzlich eine Infusion angelegt. Während und nach der Therapie werden regelmäßig die Vitalfunktionen (Blutdruck, Puls), kontrolliert.

Bis zum 4.Tag nach der Injektion des therapeutischen Radiopharmakons erfolgen verschiedene nuklearmedizinische Aufnahmen (Ganzkörperszintigraphie, SPECT/CT) zur Dokumentation und Kontrolle der Verteilung der Therapiesubstanz im Körper. Hieraus kann auch die Tumordosis berechnet werden.

Die Therapie ist aus strahlenrechtlichen Gründen nur unter stationären Bedingungen durchführbar und mit einem Aufenthalt von 4 Tagen auf unserer nuklearmedizinischen Therapiestation verbunden.

Vorbereitung:

Vor der Therapie muss mit einem geeigneten Verfahren (PET/CT, SPECT/CT), sichergestellt sein, dass die Metastasen PSMA tragen. Weiterhin sollte die Nierenfunktion mit einer MAG3-Szintigraphie geprüft und verschiedene Labortests wie etwa ein Blutbild und die Bestimmung des Tumormarkers PSA durchgeführt werden.

Wichtig ist die Vorstellung in unserer Therapiesprechstunde, in der eine individuelle Beratung über Nutzen und Risiken dieser neuen Therapie erfolgen kann.

Risiken und Nebenwirkungen:

Wie jede Therapie weist auch die Peptidradiorezeptortherapie eine Reihe von möglichen Nebenwirkungen auf, die jedoch von Person zu Person individuell bewertet werden müssten. Eine ausführliche Aufklärung und Beratung sowie Vorbereitung des stationären Aufenthaltes bieten wir Ihnen im Rahmen eines ambulanten Gesprächstermins an.

Terminvereinbarung:

Die Terminvergabe zum ambulanten Vorgespräch unter der Tel.-Nr.: 09131 85-33416.

Notwendige Dokumente ambulantes Vorgespräch:

Bei gesetzlich versicherten Patienten Überweisungsschein und Krankenversicherungskarte

Falls vorhanden, Unterlagen über Erkrankung und bisherige Therapien, falls vorhanden aktueller Medikamentenplan.

Falls vorhanden, bildgebende (z.B. radiologische Voruntersuchungen auf CD + zugehörigen schriftlichen Befund, wenn Untersuchung nicht am Universitätsklinikum Erlangen erfolgt.

Falls vorhanden, Dokumentation eines Tumorboardbeschlusses.

Stationäre Aufenthalte:

Bei gesetzlich versicherten Patienten Einweisungsschein und Krankenversicherungskarte

Kostenübernahmeerklärung durch die Kassen, auch bei privat versicherten Patienten.

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