Radiosynoviorthese (RSO)

Nuklearmedizin

Direktor:
Prof. Dr. med. Torsten Kuwert

Radiosynoviorthese (RSO)

Verfahren und Indikation:

Die Radiosynoviorthese ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Behandlung von Erkrankungen der Synovia (Gelenkschleimhaut) mittels radioaktiver Isotope. Ziel ist der bindegewebige Umbau mit Wiederherstellung der Gelenkschleimhaut.

Indikationen:

Die RSO ist eine Schmerztherapie zur Behandlung  chronischer Entzündungen der Gelenkschleimhaut (chronische Synovialitis) und bei chronischen Gelenkergüssen, wie sie insbesondere bei der rheumatoiden Arthritis auftreten können, aber auch bei anderen Erkrankungen wie der aktivierten Arthrose, der PVNS (pigmentierte villonoduläre Synovialitis) und bei Reizzuständen nach Prothesenimplantation. Voraussetzung für die Durchführung einer RSO ist das Vorhandensein einer Entzündung der Gelenkschleimhaut (Synovialitis) bzw. eines Gelenkergusses.

Therapienuklid/Behandelte Gelenke:

  • Y-90: große Gelenke,  insbesondere Kniegelenk
  • Re-186: mittelgroße Gelenke,  insbesondere Hüftgelenk, Schulter, Ellenbogen, Sprunggelenk
  • Er-169: kleine Gelenke (Hände und Füße)

Vorbereitung:

Wir benötigen zunächst alle Unterlagen (Arztbriefe, Röntgenbilder/ MRT- Bilder/ Szintigraphien). Falls noch nicht vorhanden, ist vor jeder RSO (auch vor jeder Wiederholung einer RSO) eine 3- Phasen- Skelettszintigraphie erforderlich. Diese kann auch bei uns jederzeit durchgeführt werden. Außerdem erfolgt vor jeder RSO ein Vorgespräch, mit der entsprechenden Aufklärung über die Durchführung und möglichen Risiken. Kontraindikationen für eine RSO sind u.a. eine Schwangerschaft und das Vorhandensein einer Bakerzyste im Kniegelenk.

Notwendige Dokumente:

Ambulantes Vorgespräch:

  • Bei gesetzlich versicherten Patienten Überweisungsschein
  • Krankenversicherungskarte
  • Unterlagen über Erkrankung und bisherige Therapien
  • Falls vorhanden aktueller Medikamentenplan
  • Falls vorhanden bildgebende, z.B. radiologische Voruntersuchung auf CD plus zugehörigen schriftlichen Befund, wenn Untersuchung nicht am Universitätsklinikum Erlangen erfolgt.

Stationäre Aufenthalte:

  • Bei gesetzlich versicherten Patienten Einweisungsschein
  • Krankenversicherungskarte

Notwendige Unterlagen und Vorbereitungen vor der RSO:

  • 3- Phasen- Skelettszintigraphie (kann auch bei uns durchgeführt werden)
  • Aktuelle Blutwerte (Blutgerinnung, kleines Blutbild, CRP)
  • Bitte bringen Sie am Tag der RSO den unterschriebenen Aufklärungsbogen mit, welchen Sie von uns erhalten haben
  • Gehhilfen sollten zur RSO mitgebracht werden.
  • Blutverdünnende Medikamente (z.B. Marcumar, Aspirin, Heparin) sind vor der RSO abzusetzen, bitte halten Sie diesbezüglich Rücksprache mit uns bzw. mit Ihrem behandelnden Arzt.

Therapieverfahren und Ablauf:

Die RSO wird in unserem Hause immer Freitagvormittags durchgeführt, da die entsprechenden radioaktiven Präparate aus produktions- und liefertechnischen Gründen nur an diesem Tag zur Verfügung stehen. Die RSO wird in der Regel ambulant durchgeführt. Da nach einer RSO das entsprechende Gelenk für 48 Stunden ruhiggestellt wird, ist die entsprechende häusliche Versorgung für diese Zeit zu planen. In Ausnahmefällen (z.B. aufgrund von Begleiterkrankungen oder früheren  Thrombosen) kann die RSO gegebenenfalls auch stationär durchgeführt werden. Der stationäre Aufenthalt erfolgt auf unserer nuklearmedizinischen Therapiestation.

Zunächst erfolgt am Aufnahmetag nochmals eine Sonographie (Ultraschall) des entsprechenden Gelenkes, um eine Bakerzyste auszuschließen oder einen Erguss im Gelenk darzustellen.

Nach Abschluß aller Voruntersuchungen und Vorbereitungen erfolgt unter sterilen Bedingungen und bei jedem Gelenk unter Durchleuchtung (Röntgenkontrolle) die  Gelenkpunktion mit einer dünnen Nadel, über welche eine geringe Menge Kontrastmittel  appliziert wird, um die korrekte Lage der Nadel zu prüfen. Bei sicherer Lage der Nadel im Gelenk erfolgt die Injektion der radioaktiven Substanz in das Gelenk. Zusätzlich wird in das Gelenk in aller Regel Cortison injiziert, im Anschluß wird mit Kochsalz nachgespült. Die Nadel wird entfernt, das Gelenk zur besseren Verteilung kurz durchbewegt. Zur erforderlichen Ruhigstellung des Gelenkes erfolgt die Anlage eines Verbandes, dieser wird nach 48 Stunden wieder entfernt. Nach der RSO wird eine Szintigraphie mit SPECT/ CT des Gelenkes durchgeführt, um nochmals das korrekte Einbringen der radioaktiven Substanz in das Gelenk nachzuweisen.

Einige Tage nach der RSO ist nochmals eine Blutabnahme mit Bestimmung eines kleinen Blutbildes und des CRPs (Entzündungswert) erforderlich.

Risiken und Nebenwirkungen:

Insgesamt handelt es sich bei der RSO um einfaches und eher Risikoarmes verfahren. Um das Risiko zu minimieren, führen wie jede RSO unter Durchleuchtungskontrolle durch. Mögliche, seltene Risiken der RSO sind:

  • Reizung/ Rötung der Injektionsstelle
  • Infektionen sehr selten/ Empyem
  • Weichteilschaden (Strahlennekrosen) im umliegenden Gewebe bzw. der Haut und im Stichkanal
  • Schädigung von Bandstrukturen
  • Thromboserisiko aufgrund der erforderlichen Ruhigstellung für 48 h

Prognose:

Die RSO führt bei einer Vielzahl von Patienten zu einer deutlichen Schmerzlinderung bis Schmerzfreiheit. Die volle Wirkung einer RSO kann aber mehrere Wochen bis Monate dauern. Oftmals kommt es direkt nach der RSO zu einer vollständigen kurzzeitigen Schmerzfreiheit, diese ist zunächst allerdings durch die Cortisongabe in das Gelenk bedingt. Der weitere Therapieeffekt ist dann abzuwarten. Wir bitten nach jeder RSO die Patienten um eine Rückmeldung nach mehreren Wochen bis Monaten, um den Therapieerfolg zu überprüfen.

Prinzipiell kann eine RSO auch mehrmals wiederholt werden, frühestens jedoch 6 Monate nach der ersten Therapie. Vor jeder Weiderholung einer RSO ist eine erneute 3- Phasen- Skelettszintigraphie erforderlich, um das Ausmaß der noch vorhandenen entzündlichen Aktivität im Gelenk nachzuweisen.

Terminvereinbarung:

Die Terminvergabe zum ambulanten Vorgespräch unter der Tel. Nr. 09131 85-33416.

 
Terminvereinbarung

Telefon: 09131 85-33416

 
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